Erfahrungen als NLP-Trainer, Therapeut, Coach

Ängste überwinden

Berg-lichtDie Fähigkeit, Angst zu haben ist jedem Lebewesen mitgegeben. Der Sinn dabei ist, uns auf Gefahren aufmerksam zu machen und adäquat zu reagieren. Menschen, die keinerlei Angstgefühl entwickeln könnten hätten wahrscheinlich nur eine kurze Lebensspanne. Man spricht in diesem Fall von normaler Angst bzw. Furcht.

Diese naturgegebene Fähigkeit zur Angst kann jedoch auch in einer extremen, inadäquaten Form Raum einnehmen, unser Dasein geradezu überschwemmen, unsere Persönlichkeit stark behindern und im Extremfall unser Leben unerträglich machen.
Natürlich gibt es auch Angsterkrankungen, die durch Körpererkrankungen ausgelöst werden; diese möchte ich in diesem Artikel ganz bewusst außen vor lassen.

Bei einer psychogenen (durch psychische Prozesse ausgelösten) Angsterkrankung ist folgende seltsame Symptomatik zu beobachten: Ein Mensch hat z.B. eine Phobie oder eine Panikattacke, obwohl es objektiv gesehen keinerlei Bedrohung gibt und der Betroffenen dies rational auch weiss.

Wie kann das geschehen?
Jeder Mensch hat ein Bewusstsein und ein Unterbewusstsein. Das Bewusstsein ist weitgehend rational gesteuert und gehorcht unserem Willen. Es lenkt unsere Wahrnehmung und ordnet das bewusste Denken. Das Unterbewusstsein wirkt aus einer tieferen Schicht und steuert lebenswichtige Funktionen wie z.B. Herzschlag, Atmung, steuert unsere emotional-seelisch-geistigen Abläufe und dient sozusagen als Speicher für unsere Lebenserfahrungen. Dieser Bereich des Unbewussten ist dem rationalen Willen so gut wie nicht zugänglich.

Übermäßige (pathologische) Ängste sind in unserem Unterbewusstsein angesiedelt und wirken aus diesem „Versteck“ in die Oberfläche unseres Bewusstseins, wo die Angst dann situativ wahrgenommen wird; auch wenn der bewusste Verstand erkennt, daß gar keine Notwendigkeit ängstlich zu reagieren gegeben ist. Deshalb ist es auch nahezu unmöglich, über das bewusste Denken eine pathologische Angst in den Griff, unter Kontrolle zu bekommen.

Es gibt, vereinfacht gesagt, zwei unterschiedliche Therapierichtungen, die bei Angsterkrankungen zum Einsatz kommen:

a) Eine ursachensuchende, aufdeckende Vorgehensweise, die versucht, verdrängte Angstthemen in dem Unterbewusstsein zugänglich zu machen und mit den Ressourcen aus dem Erwachsenen-Ich aufzulösen
b) Eine verhaltensorientierte, übende Form, sich den Ängsten auszusetzen, sie durchzustehen und damit erreichen will, die Angstgedanken und somit die alte Programmierung zu löschen.

Damit es nicht zu einer Angsterkrankung kommt, die in der Regel therapeutisch angegangen werden sollte, macht es Sinn, dem natürlichen Phänomen der Angst generell nicht zu viel Raum zu geben. Folgender Teufelskreis der Verstärkung von Angstphänomenen ist unumstritten: Irgendetwas macht irgendwann einmal Angst, wir vermeiden diese Situation, die Angst wird stärker (Angst vor der Angst durch negative Verstärkung) und wir erleben immer häufiger Situationen, die Angst auslösen.

Kehren Sie den Spieß um: Tun Sie also immer wieder das, was Sie fürchten, tun Sie genau das, wovor Sie Angst haben, bei jeder Gelegenheit, immer wieder, dann hat die Angst kaum eine Möglichkeit sich zu verstärken, weil zur Verstärkung von Angst Ihre Flucht Voraussetzung ist.

Prägen Sie sich ein: Flucht verstärkt Angst, durch Konfrontation und Bewältigung schwächen die Angst ab und bringen sie zum Verschwinden.

Wehren Sie den Anfängen und geben Sie irrationalen Ängsten keine Chance in Ihrem Leben, das ist eine wichtige Voraussetzung für ein selbstbewusstes Leben, um sicheren Schrittes sich selbst im Leben zu verwirklichen.